Salesforce Marketing Cloud Next: Worauf es bei der Template-Erstellung ankommt

Seit Sommer 2025 steht mit Salesforce Marketing Cloud Next eine neue, auf der Salesforce Core-Plattform aufbauende Marketing Automationslösung bereit, die einen komplett überarbeiteten E-Mail-Editor mit sich bringt. Wer schon einmal mit dem Marketing Cloud Engagement Content Builder gearbeitet hat, wird vieles wiedererkennen: Drag-and-Drop, flexible Blöcke, eine vertraute Logik. Doch unter der Oberfläche hat sich einiges verändert. Wer ohne strategische Planung mit der Template-Erstellung beginnt, stößt schnell auf Hürden, die sich im Nachhinein nur schwer korrigieren lassen.

Lohnt sich die Investition in ein individuell aufgesetztes Next-Template und worauf sollte besonders geachtet werden?

Das perfekte Template ist flexibel zu bedienen und sicher in der Anwendung

Maßgeschneiderte Templates sollten die Anforderungen des jeweiligen Corporate Designs voll erfüllen und gleichzeitig für den Next Editor optimiert sein. Der neue Editor bietet hierfür eine zentrale Brand-Komponente, über die sich übergeordnete Styles definieren lassen, die dann in allen Templates und E-Mails zur Verfügung stehen. Wie schon beim Content Builder gibt es jedoch auch hier eine vom Editor festgelegte Auswahl an definierbaren Elementen, was die gestalterische Freiheit ziemlich einschränkt.

Ein großer Vorteil des Next Editors sind die neuen Einstellungen zur Bearbeitbarkeit: Im Template-Editor lässt sich die Bearbeitung einzelner Abschnitte stark einschränken. Das kann so weit gehen, dass sich in der späteren E-Mail nur noch Inhalte befüllen lassen, ohne dass die Struktur versehentlich verändert werden kann. Gerade für Teams, in denen viele Personen mit dem Template arbeiten, bedeutet das einen echten Zugewinn an Qualitätssicherung. Diese Möglichkeit sollten Sie bei der Konzeption unbedingt von Anfang an berücksichtigen.

Praxis-Tipps zur E-Mail-Template-Erstellung in Marketing Cloud Next

Vor der Umsetzung sollte eine fundierte Beratung zur Machbarkeit des gewünschten Designs stattfinden. Auch wenn das User Interface in Marketing Cloud Next nach einem einfachem Drag-and-Drop Editor aussieht, ist es sinnvoll für die Template-Erstellung erfahrene Template-Coder hinzuzuziehen, die die Besonderheiten des Editors und der Darstellbarkeit der E-Mails in den wichtigsten E-Mail-Clients, kennt. Diese können das Template einmal sauber aufsetzen, ausgiebig testen und Sie auf Besonderheiten in der Nutzung hinweisen.

Klären Sie z.B. frühzeitig, wer später mit dem Template arbeiten wird. Sollen die Templates für Marketer ohne HTML-Kenntnisse verwendbar sein oder verfügen Ihre Mitarbeitenden über fortgeschrittene HTML und CSS-Kenntnisse? Je nach Anforderung ist es sinnvoll, von Anfang an mehrere Template-Varianten für verschiedene Anwendungsfälle und ggf. User Skill-Level einzuplanen.

Ein wichtiges Detail: HTML-Templates sind zwar möglich, aber der Wechsel in den HTML-Modus ist eine Einbahnstraße. Wer einmal im Code arbeitet, kann nicht mehr zum Drag-and-Drop-Editor zurückkehren. Das gilt auch für Content-Blöcke im HTML-Editor – hier bleibt nur die Bearbeitung im Quelltext. Diesen Punkt sollten Sie bei der Planung unbedingt berücksichtigen.

Optimale Client-Darstellung und mobiles Verhalten: Klären Sie vorab, welche E-Mail-Clients bei Ihrer Zielgruppe besonders relevant sind, um die optimale technische Lösung im neuen Editor zu wählen. Beachten Sie dabei die Neuerungen bei der mobilen Darstellung: Bei der E-Mail-Erstellung kann nicht mehr frei konfigurieret werden, wie Blöcke mobil angeordnet oder ausgeblendet werden. Stattdessen gibt es die klare Unterscheidung zwischen „Stack on Mobile” und „Resize” – ein deutlich reduzierter Funktionsumfang gegenüber dem Content Builder.

Next Content-Blöcke verwalten: Was sich gegenüber dem Content Builder ändert

Prüfen Sie vorab genau, ob Content-Blöcke benötigt werden, die zentral verwaltet werden sollen. Im Gegensatz zum Content Builder ist es nicht mehr ohne Weiteres möglich, Blöcke direkt aus dem Template abzuspeichern. Definieren Sie daher frühzeitig einen praktikablen Workflow: Welche Blöcke werden wo zentral verwaltet und wie werden sie bei Änderungen aktualisiert?

Schulung für den Next-Editor: Neues Tool, neues Wissen

Ein neues System erfordert neues Wissen. Planen Sie daher eine Schulung ein, damit das Template am Ende flexibel und optimal genutzt werden kann. Bei Bedarf können Anwenderinnen und Anwender auch direkt darin geschult werden, das Template selbst anzupassen und zu erweitern.

Content Builder vs. Next-Editor im direkten Vergleich

Hier finden Sie die wichtigsten Unterschiede und Besonderheiten des neuen Next-Editors im Vergleich zum klassischen Content Builder.

  • Flexibilität in Blöcken: Beide Editoren ermöglichen es, Elemente innerhalb eines Blocks flexibel anzuordnen. Aus einem einzigen Block lassen sich problemlos mehrere Varianten erstellen. Blöcke können erstellt, verschoben, dupliziert und gelöscht werden. Fortgeschrittene Nutzer:innen können eigene HTML-Blöcke erstellen, die exakt auf das Corporate Design abgestimmt sind.
  • Speichern von Blöcken: Im Content Builder konnten häufig verwendete Blöcke einfach selbst bei der E-Mail-Erstellung gespeichert und später wiederverwendet werden. Diese Funktion gibt es in Next so nicht mehr: Blöcke lassen sich nicht mehr direkt aus dem Template oder der E-Mail abspeichern. Das ist ein Wermutstropfen, der bei der Planung berücksichtigt werden sollte.
  • Mobile Optimierung: Im Content Builder ließ sich die mobile Anordnung oder das Ausblenden von Elementen frei konfigurieren. In Next gibt es lediglich die Wahl zwischen „Stack on Mobile” und „Resize”.
  • Testversand: Eine große Besonderheit in Next ist, dass der Testversand nur noch mit einem Test-Segment, das mindestens einen Kontakt enthält, funktioniert. Das bedeutet, dass eine Anbindung an Salesforce Data 360 (ehemals Data Cloud) zwingend bestehen muss, da sonst kein reales Testing durchgeführt werden kann. Klären Sie diesen Punkt unbedingt vor dem Go-Live.

Fazit: Marketing Cloud Next braucht eine Template-Strategie

Die sorgfältige Konzeption von Templates für den Salesforce Marketing Cloud Next-Editor ist essenziell, um das volle Potenzial der neuen Plattform auszuschöpfen. Ja, der Editor bringt neue Herausforderungen mit sich – allen voran beim Speichern und Wiederverwenden von Blöcken. Gleichzeitig belohnt er mit deutlich stärkeren Kontrollmechanismen für Redakteur:innen. Zudem bleibt es spannend, da Salesforce für kommende Releases angekündigt hat, dass künftig auch AMPScript, Webfonts sowie die noch fehlende Textversion unterstützt werden sollen.

Ein sauberes Setup durch erfahrene Spezialist:innen und begleitende Schulungen stellen sicher, dass Ihre E-Mail-Kampagnen von Anfang an reibungslos funktionieren. Wenn Sie Unterstützung bei der Template-Erstellung oder dem Umstieg auf den Next-Editor benötigen, stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.

Lesen Sie auch unseren Editorvergleich zu Salesforce Marketing Cloud Account Engagement Classic und Lightning und unseren Beitrag zu Salesforce Marketing Cloud Content Builder-Vorlagen

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